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Geschäftsreisen in die USA - Vorsicht Zoll!

Juni 30th, 2008

Es häufen sich Klagen von Geschäftsreisenden über US-Zollbeamte, die Daten auf Mobilcomputern einsehen wollen. Die Association of Corporate Travel Executives (Acte) hat Geschäftsreisende davor gewarnt, die Grenzen der USA mit heiklen Computerdaten zu überschreiten. Vorsicht sei geboten, denn Regierungsbeamte hätten das Recht, nicht nur das Reisegepäck, sondern auch elektronische Datenträger zu durchsuchen. Während es konkreter Verdachtsmomente und einer richterlichen Anordnung bedarf, damit Beamte private E-Mails oder vertrauliche Computerdateien lesen dürfen, haben US-Zöllner das Recht, die Computer auch unverdächtiger Reisender ohne Angabe von Gründen zu durchsuchen oder gar zu konfiszieren. Acte und Bürgergruppen wie die Electronic Frontier Foundation haben politische Vorstösse unternommen und Gerichtsklagen eingereicht, um diese Praxis anzufechten. Vorerst sind Geschäftsreisende gut beraten, bereits vor der Einreise in die USA zu überlegen, wie sie ihre heiklen Daten transportieren wollen.

Ein erster Gedanke rät zum Verschlüsseln. Es gibt Software-Produkte – beispielsweise PGP Disk oder Truecrypt –, mit denen man den Inhalt der ganzen Festplatte im Handumdrehen verschlüsseln und so dem Zugriff Unberechtigter entziehen kann. Solche Werkzeuge gehören bei neueren Betriebssystemen gar zum Standard. Bei Windows Vista nennt sich die entsprechende Funktion Bitlocker. Allerdings: Der Grenzbeamte kann den Reisenden zwingen, das Passwort herauszugeben. Besser ist es deshalb, die heiklen Daten verschlüsselt auf einer separaten Partition der Festplatte abzulegen und diese Partition unsichtbar zu machen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Daten nicht auf der Festplatte des Mobilcomputers, sondern auf einem USB-Stick mitzunehmen. Solche Datenträger gibt es mit einer Kapazität von mehreren GByte auch in Ausführungen, die kleiner sind als eine Kreditkarte. Falls ein Zollbeamter trotzdem wissen will, was es mit diesem kleinen Chip auf sich hat, könnte man sich dumm stellen und ihm notfalls den Speicher überlassen. Hat man einen starken Verschlüsselungs-Algorithmus und ein gutes Passwort gewählt, gibt man die Daten damit nicht preis.

Am besten aber ist es, die Daten überhaupt nicht mitzunehmen. Was nicht da ist, kann am Zoll von den Beamten auch nicht begutachtet werden. Eine bevorstehende Reise könnte deshalb der Moment sein, um auf dem Mobilcomputer alle Daten, die fürs Tagesgeschäft nicht mehr wichtig sind, zu entfernen und zu archivieren. Und jene Daten, die es wirklich braucht, die aber nicht für den Zoll gedacht sind, jene Daten reisen besser per E-Mail oder erwarten auf den Servern eines Backup-Dienstleisters – Box.net, EMC Mozy, Iomega Xdrive u. a. – die Ankunft ihres Besitzers in den USA.

Trackback: Quelle: NZZ - Stefan Betschon


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